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| Frank Zappa über Drogen | Auszüge aus einem Interview mit David Sheff, Playboy |
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Playboy: Was hast Du Deinen Kindern zum Thema Drogen gesagt? Zappa: Ich sage ihnen nur "Im Fernsehen zeigen sie Euch immer wieder Leute, die durch Drogen ausgerastet sind. Ihr müßt Euch diese Arschlöcher bloß anschauen." Das haben sie kapiert. |
der Auszug (ü-e) excerpt |
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Playboy: Hast Du damals, in den Sixties, mit Drogen geliebäugelt? Zappa: Nein. Man mußte sich doch nur die Leute anschauen, die Drogen nahmen. Das hat mir schon gereicht. Ich habe Marihuana ausprobiert und gewartet, daß 'was passiert. Ich kriegte einen rauhen Hals und wurde müde. Fertig. Playboy: Das hört sich aber immer noch sehr katholisch an. Zappa: Ich mache nicht auf Bill Clinton und behaupte, nie gekifft zu haben. |
damals back then, at that time liebäugeln to flirt hast du geliebäugelt did you flirt doch surely, but, just, indeed (adds emphasis) nehmen (nimmt), nahm, genommen to take (takes), took, taken reichen to reach, to be enough, hat .. gereicht was enough mir to / for me ausprobieren to try out warten to wait passieren to happen kriegen to get der Hals (ä-e) throat rauh sore werden (wird), wurde, ist geworden to become (becomes), became, has become müde tired fertig finished, ready, that's it, that's all sich anhören to sound (a certain way) aber but noch still immer noch even still sehr very auf jemanden machen to imitate someone behaupten to maintain, to claim nie never kiffen to toke, to smoke |
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Playboy: Hast Du Dich anderweitig an der Gegenkultur beteiligt? Sex? Freie Liebe? Zappa: Um daran beteiligt zu sein, mußte man auch die ganze Drogenkiste mitmachen. Man mußte Erfahrungen haben. Erfahrungen im Sinne von Jimi Hendrix. Aber alle Leute mit Erfahrungen, die ich kannte, entwickelten sich zu Zombies. |
sich beteiligen an (+ dative) to take part in anderweitig in other ways, otherwise die Kultur (-en) culture die Gegenkultur counterculture um ... zu in order to ... daran with that, in that ganz whole, entire die Kiste (-n) package, box, crate mitmachen to participate die Erfahrung (-en) experience im Sinne von in the sense of kennen, kannte, gekannt to be acquainted with, knew, known sich oneself, himself, herself, themselves entwickeln to develop |
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Playboy: Hat es Dich gestört, daß Dein Publikum meistens high war? Zappa: Am schlimmsten war, daß ich den Geruch von Marihuana eigentlich nicht ausstehen konnte. Ich mußte in Läden auftreten, in denen der lila Dunst in der Luft lag. Aber die Leute konnten natürlich machen, was sie wollten.
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stören to disturb hat ... gestört did... disturb meistens mostly sein (ist), war, ist gewesen to be (is), was, has been am schlimmsten the worst der Geruch (ü-e) odor, smell ausstehen to stand, to endure, to put up with können (kann), konnte, gekonnt to be able to (can), could, could nicht not der Laden (ä) store, place of business auftreten to step up, to go on stage, to appear lila purple die Dunst (ü-e) haze, fog die Luft (ü-e) air liegen, lag, gelegen to lie, lay, lain natürlich naturally, of course machen to do, to make wollen (will), wollte, gewollt = to want to (wants), wanted, wanted |
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Playboy: Trotzdem hast Du lange vor Nancy Reagen propagiert, daß Drogen idiotisch seien. Zappa: Ja, und deswegen habe ich mich damals auch nicht gerade großer Popularität erfreut. |
trotzdem in spite of that, regardless |
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Playboy: Hast Du Dich als Außenseiter gefühlt? Könnte man sagen, daß außer Dir jeder nennenswerte Rockstar... Zappa: ...auf dem Trip war? Ja. Und es waren nicht bloß die anderen Musiker, sondern auch die Leute in der eigenen Band. Aber wenn ich einen auf der Bühne beim Kiffen erwischt hätte, wäre er rausgeflogen. Wie gesagt: ich war nicht gerade beliebt damals. |
sich fühlen to feel als like, as der Außenseiter outsider könnte man would one be able to außer except for, besides jed- each, every nennenswert worthy of mention ander- other nicht "A" sondern "B" not "A" but rather "B" eigen own wenn if, whenever einen someone, a person auf on die Bühne (-n) stage beim at, during, in the act of erwischen to catch in the act wäre would be ausfliegen to fly (be tossed) out ausgeflogen flown (tossed) out wie like, as beliebt beloved |
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Zappa spricht über den Krebs: Zappa: Die Emotionen werden eher von den Medikamenten beeinflußt als vom Gedanken and die Krankheit. Was soll man auch machen? Menschen werden nun mal krank. Manche können kuriert werden, manche nicht. Aber die Chemikalien, mit denen man behandelt wird, haben ihren Preis. Vorletzte Woche lag ich drei Tage lang im Krankenhaus, bis zu den Haarwurzeln vollgepumpt mit Morphium. Das war so ein Erlebnis, das ich nicht unbedingt wiederholen möchte. Als ich entlassen wurde, hat es fast zehn Tage gedauert, bis mein Körper wieder clean war. |
sprechen (spricht), sprach, gesprochen |
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Playboy: Ab einem gewissen Punkt ist man sich wahrscheinlich nicht mehr sicher, worunter man mehr leidet: unter den Krankheiten oder den Medikamenten. Zappa: Es bringt wirklich alles durcheinander. Ich muß an manchen Tagen wichtige Entscheidungen treffen, aber mit dem ganzen Dope im Körper verliert man vollständig den Überblick. Außerdem kann man nie voraussagen, wie man sich am nächsten Tag fühlen wird. Ich habe diesem Playboy-Interview auch nur deshalb zugestimmt, weil ich mir sicher war, einer Unterhaltung folgen zu können. Es ist entwürdigend, wenn man seinem eigenen Urteil nicht mehr trauen kann. |
ab from |
© A. Campitelli, 2009